1. Oktober 2020

WAS WAR ZUERST DA: FACEBOOK ODER DAS EI?

Ein Leben ohne Newsfeed, Likes und Followers - gibt’s das überhaupt? Wir sehen uns an, wie Facebook, Twitter und Co. entstanden sind und machen einen Ausflug in die Geschichte der sozialen Medien: Die Evolution von Social Media. VON INES HABERL

1997 - Es war einmal Six Degrees

Vor etwas mehr als 20 Jahren hat Six Degrees den ersten Meilenstein im Social-Network- Zeitalter gelegt. Der Name spielt auf die Theorie der Six Degrees of Separation (auch bekannt unter dem Kleine-Welt-Phänomen) an, nach welcher jeder Mensch über die kurze Kette von sechs Bekanntschaften mit jedem beliebigen anderen Menschen verbunden ist. Die Idee einer Plattform, die Nutzern ermöglicht, reale FreundInnen auch online zu treffen, war geboren. Der/die NutzerInnen konnten persönliche Profile erstellen, FreundInnen adden und mit diesen in Foren plaudern. Hört sich eigentlich schon sehr nach dem Konzept von Facebook an! So erfolgreich wie der Social-Media-Gigant heute ist, wurde Six Degrees jedoch nicht. Auch der Wiederbelebungsversuch im Jahr 2010, der den/die NutzerInnen dazu bringen sollte, alte Kontakte zu pflegen, scheiterte.

1999 - SMS.at erobert Österreich

Zwei Jahre später ist der Social-Media-Trend auch in Österreich angekommen. Entwickelt von den beiden Grazern Jürgen und Martin Pansy war die Website SMS. at in ihren Anfängen besonders für die Möglichkeit, kostenlose SMS zu verschicken, beliebt. Später kamen Klingel- töne und Spiele dazu, die bis zu 4,8 Millio- nen Nutzer (Stand 2009) begeisterten.

2002 - Friendster öffnet neue Welten

Zur Jahrtausendwende hatten weltweit circa 100 Millionen Menschen Internetzugang und sich in sozialen Netzwerken aufzuhalten galt als cooles und außergewöhnliches Hobby. Menschen aus aller Welt begannen sich zu vernetzen und erstmals auch neue Leute kennenzulernen. Die Plattform  Friendster war daran besonders beteiligt. Erstmals ging es nicht mehr darum, FreundInnen aus dem echten Leben online zu treffen, sondern auch mit fremden Menschen Kontakt zu knüpfen.

2003 bis 2006 - Social-Media-Giganten in den Babyschuhen

Soziale Medien entwickelten sich so schnell wie das Internet. 2003 schuf Myspace einen Ort, an dem NutzerInnen ihre persönlichen Profile mit Blogs, Gruppen, Fotos, Musik und Videos schmücken konnten. Zwischen 2005 und 2009 galt Myspace als größtes soziales Netzwerk der Welt. Im selben Jahr hob Reid Hoffman die sozialen Medien  mit  LinkedIn auf eine professionelle Ebene. Heute knüpfen 675 Millionen Menschen auf der Plattform Kontakte im beruflichen Umfeld und teilen Neuigkeiten aus ihren Branchen. Ein Jahr danach gründet der 19-jährige Mark Zuckerberg mit seinen Harvard-Kollegen die heute berühmteste Plattform. “TheFacebook” war 2004 als Austauschzentrale für seine Universität gedacht - heute verzeichnet Facebook 2,5 Milliarden monatlich aktive NutzerInnen und machte 2019 einen Umsatz von 70,7 Milliarden Dollar. Im deutschsprachigen Raum galt ab 2005 das Netzwerk StudiVZ als digitaler Treffpunkt für Studierende. Videos spielen seit 2005 eine große Rolle in der Welt des Internets. Das erste YouTube-Video wurde von einem der Co-Founder im San Diego Zoo gedreht und am 23. April 2005 veröffentlicht. Mittlerweile werden durchschnittlich 400 Stunden Videomaterial pro Minute auf die Plattform geladen. Übrigens stammt das älteste Katzenvideo auf YouTube  aus  dem Jahr 1894 und zeigt zwei  boxende  Katzen. Auf der 14-jährigen Plattform Twitter können NutzerInnen ihre Meinung in 280 Zeichen mit der Welt teilen. Dabei sollten vor allem Hashtags nicht fehlen, die in erster Linie dazu dienen, Tweets zu bestimmten Themen zu finden. US-Präsident Donald Trump gehört derzeit zu einem der bekanntesten Zwitscherer.

2010 bis 2013 - Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Im Gegensatz zur textlastigen Konkurrenz legen die Plattformen Instagram und Pinterest den Fokus auf visuelle Reize. Besonders Instagram, das 2012 an Facebook verkauft wurde, punktet mit bunten Bildern und Videos bei mittlerweile 1,9 Milliarden Nutzern weltweit. Snapchat führte 2011 erstmals die Funktion ein, dass Bilder und Videos nur für kurze Zeit  gezeigt  werden und danach für immer verschwinden. Heute findet man die Funktion auch als Stories bei Instagram und Facebook. Einem ähnlichen Prinzip folgte Vine, eine Plattform, die bis 2016 zu Twitter gehörte und sechs sekündige Videos im Loop veröffentlicht.

2018 - TikTok schießt durch die Decke

Als Nachfolger von musically gehört TikTok zu den am schnellsten verbreiteten Apps unserer Zeit. Dort können die NutzerInnen kurze Videos drehen und diese unkompliziert bearbeiten und gestalten. TikTok verzeichnet bis dato um die 800 Millionen monatlich aktiven NutzerInnen weltweit und gilt als die erste chinesische Plattform, die auch auf dem globalen Markt erfolgreich ist.

FAZIT

Ohne soziale Medien können wir uns das Leben heute kaum noch vorstellen. Sie sind zu ständigen Begleitern in unserem Alltag geworden und vernetzen uns mit dem Rest der Welt. Wir dürfen gespannt bleiben, wie die Geschichte von Social Media weitergeführt wird!

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