1. Oktober 2020

LEHRLINGSOFFENSIVE: MIT VOLLGAS IN DIE LEHRE

Die Halbzeitbilanz der Lehrlingsoffensive 2020 ist sehr gut: 2.896 Jugendliche nutzen die Angebote des Landes NÖ und des AMS NÖ. Investitionen in die Jugend sind Investitio- nen in die Zukunft - darum hat das Land Niederösterreich, das AMS Niederösterreich und der Europäische Sozialfonds die NÖ Lehrlingsoffensive am Beginn des Jahres 2020 verlängert und 46 Millionen Euro in die Hand genommen.

„Gerade in Krisenzeiten ist es umso wichti- ger, Jugendlichen Perspektiven aufzuzeigen und neue Chancen zu bieten. Die Lehrlinge von heute sind unsere Fachkräfte von morgen. Mit der ‚NÖ Lehrlingsoffensive‘ unterstützen wir junge Menschen auf ihrem Weg in die Arbeitswelt“, hält Landeshaupt- frau Johanna Mikl-Leitner fest und weiter:

„Im ersten Halbjahr 2020 haben bereits 2.896 Jugendliche an der Lehrlingsoffensive teilgenommen. 381 konnten einen Job oder einen regulären Ausbildungsplatz finden, 1.996 nehmen derzeit noch an einem der Programme teil.“ Neben der „NÖ Lehrlingsoffensive“ werden darüber hinaus seitens des Landes weitere Maßnahmen gesetzt, um der herausfordern- den Situation im Bereich der Lehrlingsausbil- dung entgegenzuwirken. Konkret verdoppeln das Land NÖ und die Landesgesundheits- agentur in den kommenden drei Jahren die Anzahl der Lehrstellenplätze von derzeit rund 250 auf insgesamt 500 Plätze. Angeboten werden Lehrstellen vor allem in den Berei- chen Verwaltungsassistenz, Bürokaufmann und IT. Es wird außerdem die Möglichkeit der Lehre mit Matura angeboten.

Berufswunsch konkret: Junger Kremser profitiert von Lehrlingsoffensive

Von der Teilnahme an der „NÖ Lehrlings- offensive“ profitiert seit Kurzem auch Benjamin Obritzberger aus dem Bezirk Krems. Seit 25. Mai hat er die Möglichkeit, sich im Jugendbildungszentrum auf seine Stärken und Kompetenzen zu fokussieren. Nach den ersten Wochen hat sich mittler- weile auch schon ein konkreter Berufs- wunsch herauskristallisiert. „Ich möchte Maler werden. Das hat mein Opa schon gemacht und ich bin auch eher der handwerkliche Typ“, freut sich der 22-Jäh- rige über eine konkrete Zukunftsperspek- tive. Allen Grund zur Freude hat er auch schon: „Ich habe kürzlich die Zusage für einen Praktikumsplatz bekommen. Wenn ich mich geschickt anstelle, wird daraus vielleicht eine fixe Lehranstellung“, ist Obritzberger zuversichtlich. Das Motto lautet: „Es geht was!“. Dementsprechend hoffnungsvoll in die Zukunft blickt auch Martina Jirsa: „Wir beobachten gerade jetzt verstärkt, dass Jugendlichen, die wirklich wollen, eine Chance gegeben wird“, so die Projektkoordinatorin des Jugendbildungszentrums Krems. „Firmen sind durchaus bereit, Leute einzustellen. Das gibt Hoffnung“, stellt Jirsa fest. Vorreiter seien hier die Landwirtschaft, Baumärkte, aber auch die Gastronomie.

Corona: Fachkräftemangel und steigende Arbeitslosigkeit

In den vergangenen Monaten hat sich der Arbeitsmarkt massiv verändert. Gerade jetzt ist es unerlässlich, vermehrt auf die Ausbildung insbesondere junger Menschen in Niederösterreich zu setzen. „Ausbildung und Weiterbildung sind der Schlüssel im Kampf gegen Arbeitslosigkeit. Mit der NÖ Lehrlingsoffensive haben wir drei wichtige Ausbildungssäulen geschaf- fen, die auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen“, erklärt Landesrat Martin Eichtinger. „87 junge Menschen konnten heuer den Pflichtschulabschluss bereits absolvieren, 483 positive Teilprüfungen konnten in der ersten Jahreshälfte ver- bucht werden.“ Übrigens: Einstiege in die Programme sind über Vermittlung der AMS-Geschäftsstellen noch möglich. Auch in der Überbetrieblichen Lehrausbildung gibt es noch freie Plätze. „Ich appelliere  an Lehrlinge und Betriebe, diese Chance

zu nutzen. Wir haben noch ausreichend Plätze frei, um jungen Menschen in dieser herausfordernden Zeit einen Lehr- oder Ausbildungsplatz zu sichern.“

„Auf zum Lehrabschluss“

Die Arbeitsmarktsituation für Jugendliche und Lehrstellensuchende aktuell schwie- rig: 1.048 Lehrstellensuchenden stehen Ende Juni nur 674 offene Lehrstellen gegenüber. „Auch bei den arbeitslos vorgemerkten Personen unter 25 sieht es alles andere als gut aus“, weiß AMS

NÖ-Chef Sven Hergovich. „Mit 6.263 Personen Ende Juni verzeichnen wir hier einen Anstieg von 68,4 Prozent-Punkten gegenüber dem Vorjahr.“ Deshalb sind Initiativen wie die von AMS und Land NÖ finanzierte Lehrlingsoffensive mit ihren
drei Säulen der Überbetrieblichen Lehrausbildung, den Jugendbildungszentren und dem Programm „Auf zum Lehrabschluss“ wichtiger denn je: „Wir haben versprochen, für jede und jeden einen Aus- oder Arbeitsplatz zu schaffen. Mit der Corona- Krise wird dieses Vorhaben schwieriger und zugleich umso dringlicher umzuset- zen. Eines ist klar: Wir werden dieses Versprechen gemeinsam halten, denn wir lassen niemanden am Arbeitsmarkt zurück.“

INFOS:

www.arbeitsland-noe.at

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