22. Juli 2020

Gehn wir in den Garten? Schütteln wir die Birn?

Der Garten ist noch nicht ganz in Frühlingsstimmung, aber bei uns wird sie durch die Sonnenstrahlen bereits geweckt – was wir schon einmal im Garten vorbereiten können und wie wir alles so arrangieren, dass wir danach nicht mehr so viel Arbeit damit haben…

Planung ist das halbe Leben – ein Spruch der zum Kotzen ist, aber manchmal hilft ein Plan einfach mit, die Dinge einfacher zu gestalten. Gärten entstehen meistens während sie erschaffen werden. Mit einem Plan wird das ganze Thema Garten aber viel spannender und einfacher. Jetzt wo es graue, kalte Tage gibt, ist der perfekte Zeitpunkt, mit einem Blatt Papier und vielen bunten Stiften aufzuzeichnen, wie man sich seinen Garten vorstellt. Die beste Inspiration gibt es auf Plattformen wie Pinterest oder Instagram oder, ganz altmodisch, werden bei einem Spaziergang in der Sonne andere Gärten inspiziert und dabei die ein oder andere Idee entwickelt. Parallel kann an schönen Tagen schon mit der Gestaltung begonnen werden.

Und so wir die Gartenplanung perfekt:

  1. Schreib dir einen Wunschzettel. Alles was du gerne hättest kommt auf eine Liste.
  2. Sondiere, was davon realistisch ist. Vermutlich möchtest du auch mal auf ein Eis gehen oder den Garten nur in der Hängematte nutzen – wie viel Zeit möchtest du tatsächlich in Gartenarbeit investieren? Was ist finanziell drin? Welche Wünsche sind mit deinen Garten-Gegebenheiten überhaupt umsetzbar? Was bleibt dann auf deinem Wunschzettel übrig?
  3. Was gibt die Natur vor? Hast du Schattenplätze, tiefe Mulden oder Hügel? Was passt wo am besten hin? Verkürzt sich durch bestimmte Gegebenheiten noch einmal deine Liste?
  4. Vergiss nicht, Sitzplätze und Wege einzuplanen. Dein Garten soll wunderschön anzusehen sein, aber du sollst dich auch wohlfühlen und die Möglichkeit haben, ihn gemütlich zu genießen.
  5. Nun beginnt das Zeichnen. Mach dir eine Skizze von deinem perfekten Garten.
  6. Jetzt kannst du dir überlegen, wann du dich worum kümmern willst und welches Material du benötigst. Tipp: such nicht nur im Baumarkt, sondern frag auch bei Familie und Freunden nach, ob jemand „was“ loswerden will. Oft gibt es übriggebliebene Baustoffe, oder Pflanzenableger, die einen neuen Besitzer suchen. Auch auf Willhaben wird von Erde, über Baumaterial bis hin zu Blumentöpfen alles mögliche angeboten. Was zeitlich jederzeit machbar ist, sind bauliche Veränderungen. Bei der Bepflanzung und dem Schnitt sollte man sich nach der Jahreszeit richten.
  7. Es geht los. Du bist gewappnet und kannst mit der Neugestaltung deines Gartens beginnen.

Es gibt aber trotzdem jemanden, der jederzeit deinen Plan durchkreuzen kann: Mutter Natur. Durch Erfahrung kann man hier richtig reagieren, die Natur setzt aber auch bestimmte Zeichen, die es für nicht so erfahrene Gärtner möglich machen, zu erkennen, wie richtig zu reagieren ist. Die Signale zeigen uns die 10 Jahreszeiten für Gärtner an.

  • Im Vorfrühling, wenn die Schneeglöckchen blühen, ist die Zeit des Neuanfangs – aufräumen und abschneiden ist angesagt. Langsam aber sicher kann der Garten aufs Gartenjahr vorbereitet werden: Bäume und Sträucher können noch geschnitten werden, erste Schädlingsbekämpfung gegen Pilze und Schnecken (wahlweise mit Mitteln auf natürlicher Basis) durchgeführt und Blumen ausgesäht werden.
  • Der Erstfrühling ist die intensivste Garten-Arbeits-Zeit. Rosen werden geschnitten, Kompost auf den Gemüsebeeten ausgebracht und aus alten Ästen stützen für neue Pflanzen gebaut. Kräuter können ins Freie umziehen, der Rasen gedüngt und gemäht werden, das Auspflanzen von Gemüse beginnt und Pflanzenbabys werden drinnen vorgezogen. Teilweise können auch schon Zimmerpflanzen ins Freie wandern.
  • Der Vollfrühling bringt die pure Blühte mit sich. Alles blüht auf und die Tiere sind im Hochzeit- und Hausbau-Fieber. Wer ein Insektenhotel hat, wird jetzt bald ausgebucht sein. Ausgeblühte Pflanzen werden geschnitten, Balkonblumenkisterl bepflanzt, Kübelpflanzen bekommen frische Erde. Zwischen den Gemüsebeetreihen wird gemulcht. Es kommen schon die ersten Unkräuter heraus, am besten gleich auszupfen und auf den Kompost werfen.
  • Im Frühsommer duftet es nach Holunder und Rosen. Der Garten wird zum grünen Wohnzimmer. Aufbinden, abschneiden und die ersten Grillereien sind nun an der Tagesordnung des Gärtners. Wichtig ist, dass die Pflanzen mit genügend Wasser versorgt werden. Jetzt können auch die restlichen Zimmerpflanzen auf Sommerfrische in den Garten.
  • In der Hitze des Hochsommers ist wenig zu tun. Es beginnt die Zeit des Genießens und Erholens. Wir achten nurmehr ein bisschen auf die Ästhetik und entfernen Verblühtes, zupfen Unkraut und gießen. Außerdem gibt es jetzt schon einiges zu ernten!
  • Im Spätsommer geht es dann richtig mit der Ernte los. Wer Obst in seinem Garten hat, kann jetzt so richtig davon zehren. Wer noch etwas aussähen möchte, sollte das lieber in der Früh oder abends, machen – auch gegossen sollte eher in den Morgen- und Abendstunden werden. Weiterhin gilt: Verblühtes entfernen, Erde lockern.
  • Im Frühherbst beginnt schon wieder die Gartenarbeit fürs nächste Jahr: es ist der perfekte Zeitpunkt um Blumenzwiebel zu pflanzen. Lücken im Rasen werden ausgebessert und das erste Laub kann schon entfernt werden. Beete können mit Gründünger bepflanzt werden und die Zimmerpflanzen dürfen, nachdem sie auf Schädlinge kontrolliert wurden wieder hineinziehen.
  • Im Vollherbst können noch immer Blumen-Zwiebel gepflanzt werden, für einjährige Blumen ist es jetzt Zeit auf den Kompost zu wandern. Der Rasen wird ein letztes Mal gemäht. Beerensträucher werden jetzt gepflanzt und Geschnittenes als Frostschutz liegen gelassen.
  • Das Gartenjahr verabschiedet sich im Spätherbst mit bunten Blättern. Bäume, Sträucher und Rosen werden jetzt gepflanzt, damit sie im Frühling einen Vorsprung haben. Es kann auch schon begonnen werden Kompost in den Beeten, oder nach dem Laubfall dünn Mulch auszubringen. Wer viel Laub in der Wiese hat, kann dieses mit dem Rasenmäher klein häckseln und hat dadurch die perfekte Abdeckung für Beete. Frostempfindliche Kräuter wandern jetzt nach drinnen oder bekommen einen Wintermantel, z.B. aus Reisig.
  • Im Winter haben wir Zeit für Ruhe und Planung. Jetzt heißt es Ideen sammeln fürs nächste Jahr: Zeitschriften und Bücher, aber auch sämtliche Blogs und Portale liefern Stoff zum Schmökern und motivieren schon wieder für den nächsten Frühling. Beete werden jetzt komplett von verbliebenem Gemüse befreit – Achtung bei Lagerobst und -gemüse. Auf Verletzungen und Schädlinge prüfen und dann z.B. in Körben in der Speis oder im Keller lagen. Regelmäßig kontrollieren und nicht mehr ganz frische Stücke gleich entfernen. Gelagert werden können: Äpfel, Birnen, Zwiebel, Karotten, Erdäpfel, Knollensellerie, Kürbis, Kohl, Rettich und rote Rüben.

Für alle, die den Winter ohne Garteln kaum überleben können, empfehlen wir, sich drinnen auch einen Garten anzulegen. Kräuter und Zimmerpflanzen verbessern nicht nur das Raumklima. Vor allem durch Indoor-Kräutergärten hast du die Möglichkeit Tees und Selbst-Gekochtes, nach eigenem Geschmack mit Vitaminen anzureichern. Ein Sprossen-Garten ist auch immer eine gute Möglichkeit, im Winter nicht auf frische, knackige Ernte aus Eigenanbau verzichten zu müssen. Viel Spaß beim Garteln. Wir halten euch die grünen Daumen!

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