22. Juli 2020

DER JUNGE HITLER: DIE AUSSTELLUNG

Foto Verlag Alinari (Aquarell von Adolf Hitler), Stadtamt Zwettl (Keramik), David Hinterramskogler (Museum)
Vor 75 Jahren endete der opferreichste und brutalste Krieg der modernen Geschichte
und der Holocaust, entfesselt und betrieben von Adolf Hitler und den
Nationalsozialisten. Das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich nimmt dieses
denkwürdige Datum zum Anlass für zahlreiche Veranstaltungen zum Thema. Ab morgen
ist die neue Sonderausstellung „Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators. 1889
– 1914“ zu sehen, welche die frühe Biografi e Adolf Hitlers ebenso beleuchtet wie die
politischen Strömungen seiner Zeit.

Keramik - Durch Reinheit zur Einheit


„Vorab: Die Ausstellung eignet sich nicht zur
Heldenverehrung. Anhand authentischer
Dokumente zeichnet sich vielmehr das Bild
eines früh Gescheiterten ab und eines
Außenseiters, der stets die Umwelt für
eigenes Versagen verantwortlich macht“,
schließt Christian Rapp, wissenschaftlicher
Leiter des Hauses der Geschichte, jedes
Missverständnis aus. „Ganz wichtig ist es uns
gleichzeitig, die düsteren Seiten der
Jahrhundertwende darzustellen. Viele
Objekte der Ausstellung machen deutlich,
wie die Politiker jener Zeit mit Ängsten und
Vorurteilen Stimmung gemacht haben, ob es
sich um den radikalen Deutschnationalen
Georg von Schönerer handelt oder um den
antisemitischen Bürgermeister Karl Lueger.
Ihre Parolen haben sie in ihren Reden, ihren
Zeitungen, aber auch auf Werbemarken und
auf Zierporzellan verbreitet. Mit Objekten
und Bildern lassen sich auch die abstrusen
Lehren von Rassenhygienikern gut
dokumentieren, die rassistische
Überheblichkeit der Europäer als
Kolonialherren, die Frauenfeindlichkeit und
die Kriegsbegeisterung. Sie prägen Adolf
Hitler ebenso wie seine Zeitgenossen“, so
Rapp.
„Über die Kindheit und Jugend von Adolf
Hitler wurde schon viel geschrieben und
publiziert. Aufgabe unserer
wissenschaftlichen Aufarbeitung war es nun,
akribisch Geschichte von Geschichten zu
trennen“, ergänzt Hannes Leidinger, der
gemeinsam mit Christian Rapp auch ein Buch
zum Thema im Residenz Verlag veröff entlicht
hat. „Wichtig war es uns, neuerlich an die
Quellen zu gehen und die neuen
elektronischen Recherchemethoden zu
nutzen. Außerdem war uns erstmals der
Nachlass seines Jugendfreundes August
Kubizek zugänglich. Dafür sagen wir besten
Dank für das Vertrauen. Wir zeigen daraus
einige aufschlussreiche Originale wie ein
Notenblatt, das entstand, als Adolf Hitler sich
als Opernkomponist im Stile Richard
Wagners versucht hat. Hier wird die fatale
Selbstüberschätzung bereits sichtbar“, so
Leidinger.

Michaelaerplatz


Die Ausstellung „Der junge Hitler. Prägende
Jahre eines Diktators. 1889 – 1914“ kuratiert
von Christian Rapp, Hannes Leidinger, Andrea
Thuile und Benedikt Vogl ist bis 9. August
2020 zu sehen.

Informativ - Unterhaltsam - Regional.
Das Magazin fürs junge Niederösterreich.

Das ist Jung.

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