7. Juli 2020

CORONA – GEFAHR ODER PANIKMACHE?

Nein hier geht’s nicht um die mexikanische Biermarke, sondern um den Virus. In China ist er ausgebrochen, nun gibt es immer mehr Fälle in Europa. Was ist das eigentlich genau und wie kann man sich davor schützen? VON BARBARA KERN


Coronaviren bilden eine große Familie von Viren, die von leichten Erkältungen bis hin zu schweren Lungenentzündungen führen können. Es gibt verschiedene Coronaviren. Am 7. Jänner 2020 wurde das erste Mal eine neue Art dieser Viren, in der Region Wuhan (China), bei einem Menschen identifiziert. Der Coronavirus SARS-CoV-2 ist für die Krankheit „COVID-19 (coronavirus disease 2019)“ verantwortlich und äußert sich durch Atembeschwerden, Husten, Fieber, Gelenksschmerzen, Müdigkeit und in schweren Fällen Lungenentzündung. In Europa trat die Krankheit bisher als Erkältung hervor, in China sind schlimmere Verläufe bekannt.

Verbreitung
Die ersten und meisten Ansteckungen wurden auf einem Markt in Wuhan festgestellt, auf dem mit toten und lebendigen Tieren gehandelt wird. Viren können von Tieren auf Menschen übertragen werden, wenn sie zoonotisch sind, das bedeutet sie zirkulieren in einem Tier, mutieren und können dann auf den Menschen überspringen. Genau das dürfte hier der Fall gewesen sein. Wahrscheinlich werden die Viren hauptsächlich durch Tröpfchen- und Kontaktinfektion (Ausscheidungen und Körperfl üssigkeiten) weitergegeben, können also auch einfach von Mensch zu Mensch übertragen werden. Allerdings wird nach momentanem Status diese Art Virus weniger gefährlich als andere Coronaviren eingestuft. Der schlimmste Coronavirus kursierte ab 2012, mit einer Sterberate von 30 %. In Österreich sind damals 2 Fälle mit diesem Virus identifiziert worden. Die Sterberate des aktuellen Coronavirus wird aktuell auf 2-3% geschätzt, was in etwa der Grippe durch Influenzaviren entspricht. Natürlich sollte der Virus behandelt werden und kann bei Schwachen und Älteren schneller gefährlich werden, aber bei welcher Krankheit ist das nicht so? Aktuell sind in China knapp 78.000 Menschen erkrankt, davon gab es ca. 2.600 Todesfälle. Außerhalb Chinas sind bisher etwa 2.500 Fälle bekannt, auch hier gab es bereits Tote (Stand bei Redaktionsschluss). Zum Vergleich: In Österreich starben 2018/2019 etwa 1.400 Personen an den Infl uenzaviren. Krank sein ist aber trotzdem nicht lustig.

Was kann man tun, um gar nicht erst
krank zu werden?
• Hände oft und ordentlich mit Seife waschen
• In die Armbeuge oder in ein Tuch niesen und husten, nicht in die Hand
• Regelmäßig lüften
• Menschenansammlungen meiden
• Tierprodukte vor dem Verzehr erhitzen


Und wenn ich mich doch anstecke?
Zur Zeit werden Infizierte meistens in Krankenhäusern in Quarantäne behalten, können aber nach wenigen Tagen schon wieder entlassen werden. Wichtig ist, dass die Infektionskette möglichst rasch unterbrochen wird und sich Wenige anstecken. Behandelt werden die Erkrankten so, dass die Symptome an sich gelindert werden: Fiebersenkende Medikamente, Schmerzmittel, Bettruhe und viel Flüssigkeit. Also eine relativ übliche Grippebehandlung. Parallel wird an einem Impfstoff geforscht. Expertenmeinung Der international bekannte Hygieniker und Infektiologe, Univ.-Prof. Ojan Assadian, gab zuletzt bei einem Statement des Landes Niederösterreich Auskunft über seine Einschätzung der Lage. So könne man „ganz klar feststellen“, dass das neuartige Coronavirus „eine deutlich mildere Erkrankung“ als das SARS-Virus im Jahr 2002 sei. Viele Personen blieben asymptomatisch, die Erkrankten zeigten grippale Krankheitssymptome. Insgesamt sei das Virus „irgendwo zwischen Schnupfen und Influenza“ einzuordnen, so Assadian. Das Land Niederösterreich verfüge über „ausgezeichnete Einrichtungen“ und sei insgesamt „sehr gut vorbereitet“, zeigte er sich überzeugt.

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