1. Oktober 2020

DIGITALISIERUNG AUF ÜBERHOLSPUR:

WELCHE CHANCEN ERGAB DIE CORONA-KRISE?

Wer hätte beim Countdown zu Silvester gedacht, auf was für ein Jahr wir da zusteuern? Die Corona-Krise hat unsere Welt ordentlich auf den Kopf gestellt und uns in Situatio- nen gebracht, von denen wir noch unseren Enkelkindern erzählen werden. Natürlich sind die Auswirkungen der Corona-Krise immer noch stark zu spüren und das besonders in Ländern wie Brasilien, Indien oder den USA. Dennoch können wir aus der Krise auch Positives schöpfen: Die fortschreitende Digitalisierung unterstützt uns nicht nur im   Kampf gegen das Virus, sondern hat uns auch viele Möglichkeiten geschaffen, im Lockdown zu arbeiten, zu lernen oder unsere Liebsten zu treffen. VON INES HABERL

Das neue Normal: Unser Leben in der digitalen Welt
Ob E-Learning, Homeoffice oder Onlineshop- ping - das gute alte Internet hat es uns ermöglicht, unser Leben in die digitale Welt zu verlagern. Unis und Schulen haben was den Digitalisierungsschub angeht, die Nase besonders weit vorne: In kurzer Zeit wurde auf digitales Lernen und Unterrichten umgestellt, Online-Prüfungen abgehalten und digitale Plattformen entwickelt, die allen Beteiligten das Kommunizieren erleichtern. Und auch in der Arbeitswelt hat sich einiges getan. Der Weg ins Büro wurde auf wenige Meter gekürzt - das spart nicht nur wertvolle Lebenszeit, die man für ein Häferl Kaffee nutzen kann, sondern auch Nerven, wenn man den Frühverkehr bedenkt. Viele Menschen haben positive Erfahrungen mit dem Arbeiten in den eigenen vier Wänden gesammelt und sogar 70 Prozent der in einer Umfrage befragten ÖsterreicherInnen können sich vorstellen, auch nach                             COVID-19 von zuhause aus zu arbeiten.

Regional & saisonal einkaufen geht auch online
Österreichische HändlerInnen und Betriebe hatten es wegen der eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten sehr schwer, weswegen oftmals Onlineshops als zweiten Vertriebskanal eingeführt wurden. Auch von der Seite der KonsumentInnen stieg die Nachfrage des Internetshoppings, was der deutliche Anstieg der Google-Suche nach “Online- shops” zu Beginn der Krise zeigte.
Online-Services wie Shöpping, nunukaller, Donau NÖ Tourismus und Onlineshops Österreich unterstützen heimische Unter- nehmen dabei, ihre KundInnen auch in Zeiten des Lockdowns zu erreichen. Mit der Liste “Niederösterreich wird nah versorgt” erweitert ecoplus das Angebot österreichi- scher Händler um niederösterreichische Nahversorger. Wer nach Schmankerln aus der Umgebung oder einem passenden Geschenk sucht, wird in dieser Liste bestimmt fündig.

Im Internet kommen d’Leut zam

Doch nicht nur Arbeit und Bildung finden im Netz statt, wir wurden kreativ und feiern Geburtstage über Skype, nehmen Yogastunden über Zoom und erzählen in sozialen Medien, was wir in den eigenen vier Wänden erlebt haben. Wir haben es geschafft, auch ohne physischer Nähe mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben. Soziale Medien ermöglichen es uns zum Beispiel, in Podcasts, How-tos und Stories unsere Ideen nicht nur mit unserem Umfeld, sondern der gesamten Welt zu teilen. Das wäre vor ein paar Jahren, als die Digitalisierung und sozialen Medien noch nicht so fortgeschrit- ten waren, nur schwer möglich gewesen.

Digitales Niederösterreich

Und auch in Niederösterreich ist was die Digitalisierung angeht einiges los. Im Haus der Digitalisierung werden Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammengebracht, um branchenübergreifend die digitale Transformation anzutreiben. Das Netzwerk zieht sich über mehrere Standorte in Nieder- österreich und im virtuellen Haus der Digitalisierung lassen sich spannende Infos rund um die digitale Welt finden. Du hast dich immer schon mal gefragt, was es eigentlich mit SEO, Smart Farming oder Data Minig auf sich hat? Die eigens angelegte DigiPedia erklärt viele Begriffe zum Thema Digitalisierung mit konkreten Beispielen.

Außerdem stellt die Plattform Infos zu Förderungen und Bildungsprogrammen im Bereich der Digitalisierung zu Verfügung und bringt Investoren mit Projekten und Start-ups zusammen. In Zeiten  der  Corona-Krise kommt es vor allem auf Projekte wie das  Haus der Digitalisierung an, um die Digitalisierung in Niederösterreich zu fördern. 2022 soll ein physisches Haus in Tulln fertiggestellt werden und Besuchern ermöglichen,  selbst zu entdecken, welche Chancen der digitale Wandel bringt.

Die Krise als Chance

Im Chinesischen setzt sich das Schriftzeichen für Krise aus den Symbolen für Gefahr und Chance zusammen. Eine Krise muss nicht immer ausschließlich negative Erfahrungen und Ergebnisse mit sich bringen. Durch die aktuelle Situation waren wir gezwungen, in vielen Bereichen kreative Lösungen zu finden, die uns unser Leben so normal wie möglich weiterführen lassen. Und das hat  vor allem der Digitalisierung in unserem Land gut getan. Auch, wenn man beim Fortschritt der Digitalisierung im ersten Moment an Big Player wie Amazon & Co denkt, haben die letzten Monate dochgezeigt, dass es großes Interesse für heimische Unternehmen gibt. Von den Hürden. die in den letzten Monaten bewältigt wurden, werden wir, österreichische Unternehmen und der Bildungssektor auch in der Zeit nach Corona profitieren.

Informativ - Unterhaltsam - Regional.
Das Magazin fürs junge Niederösterreich.

Das ist Jung.

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